
Ensemble Zeit_Sequenzen17. 1. 2010 |
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Das Projekt NEBENSONNEN ist eine Auseinandersetzung mit dem 24 teiligen Liederzyklus `WINTERREISE´ von Franz Schubert. Die Idee wurde nach einer spannenden Zusammenarbeit mit Manfred Mitterbauer (Bassbariton), die auf zwei Stücken der CD sounds&dependencies dokumentiert ist, geboren. Die Winterreise ist ein in sich abgeschlossenes Werk, welches fragmentarisch von Musikern im genre-übergreifenden Bereich bereits aufgebrochen wurde, jedoch gibt es (abgesehen von der Zender - Orchesterversion) keinen mir bekannten Versuch den Bogen über den gesamten Lieder-zyklus neu zu denken. Wichtige Kriterien mit denen ich an dieses Projekt herangehe: Einerseits die Melodie und die Texte insoweit zu belassen, als dass man eindeutig den Bezug zum Original erkennen kann. Anderseits die Instrumentierung so zu wählen, dass damit zeitgemäße Klangstrukturen realisiert werden können. Die Arbeit mit dem Kontrast zwischen dem Inhalt dieses Werkes und der dieser Musik doch eher fremden Klangfarben, die durch diese Besetzung möglich werden. Bilder, die der vielschichtige Text von Wilhelm Müller zeichnet, werden ohne Schuberts harmonischem Konzept der Romantik neu gezeichnet und in einer Klangwelt, abseits vom Original erlebbar. Franz Schubert erzählt die existentielle Geschichte eines Liebenden nach den Worten von Wilhelm Müller, und schuf damit einen Fixstern im Musikuniversum. Dieser Liederzyklus fordert jeden heraus - und mitunter Musiker ihn neu zu interpretieren: Es gilt, der Sonne auch entgegen zu treten. „Nebensonnen“. Im langen Schatten Schuberts. Im Lichte der „Winterreise“. Der Zugang zur kompositorischen Arbeit setzt - wie man vermuten könnte - nicht prinzipiell bei Franz Schuberts Notentext, sondern bei den, meist unterschätzten Texten von Wilhelm Müller an, denen ausdrucksstarke Bilder zugrunde liegen. Diese Bilder sind eine Aufforderung, sie abseits von Schuberts Originalwerk in einem anderen musikalischen Kontext zu denken. Ausgehend von grundlegenden gestalterischen Fragestellungen entwickelt sich der Kompositionsprozess. Die Faszination der Entwicklung dieses Projektes liegt auch im Abtasten und Erkunden der Möglichkeiten, die das Musizieren zwischen fünf Musikern, die von sehr unterschiedlichen Musizierformen, Musikpraktiken und Genres kommen, mit sich bringt. Ein Aufeinandertreffen von Zeitgeistern der Musik, deren Klangwelten sich durch unterschiedliche Ausprägungen auf spannende Weise ergänzen. Bilder: www.mpweinberger.at Manfred Mitterbauer – gesang Manfred Paul Weinberger – komposition, trompete Markus Lindner – marimba Thomas Mauerhofer – gitarre Christian Wendt – bass |
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